Tipps für das Eheversprechen?

Tipps für' s Eheversprechen I Braut Concierge - Hochzeitsplaner in Berlin

Das ist gut, dass Sie mich danach fragen! Da ich selbst weder verheiratet noch geschieden bin... und persönlich schon das Zusammenleben in einem gemeinsamen Haushalt für gesundheitlich bedenklich halte, kann ich das Phänomen Ehe von einem gewissermaßen neutralen, rein sachlichen Standpunkt aus ganz objektiv betrachten. Wer also könnte bessere Tipps zum Eheversprechen geben?

Versprechen? Welches Versprechen?

Als Eheversprechen meint der Volksmund häufig das Verlöbnis. Nein, darum soll es nachfolgend nicht gehen. „Anders als bei den sonstigen Verträgen im Bürgerlichen Gesetzbuch (Kaufvertrag, Dienstvertrag, Werkvertrag, Mietvertrag usw.) ist es beim Verlöbnis nicht möglich, auf Erfüllung, das heißt, auf Bewirkung des gegenseitigen Versprechens, zu klagen. § 1297 Abs. 1 BGB“ (Wikipedia). Da bleiben der Versprecher also immer noch alle Möglichkeiten offen.

 

Hier soll es um das Trauversprechen gehen – also jenes, welches gerne als Zusatz zu „Nehme Dich in guten wie in schlechten Zeiten (...) ehren alle Tage meines Lebens“ usw. individuell erdacht und vor dem Altar einander gegeben wird.

Du mich auch!

Ich habe wenig Verständnis dafür, dass auf Myriaden von Hochzeits-Begleitungsangeboten im Web solche Texte völlig unkommentiert zur Auswahl stehen. Vorsicht Falle! Wenn schon jemand zu kurz gestrickt ist, sich selbst ein Versprechen auszudenken, dann sollte man zumindest auf die zahlreichen semantischen Fallen in solchen Vorgaben achten!! Beispiele...

„Dein ist Mein!“

„Deine Stärke ist mein Halt! Dein Halt ist meine Kraft! Deine Kraft ist mein Antrieb! Dein Antrieb ist meine Zuversicht! Deine Zuversicht ist meine Hoffnung! Deine Hoffnung ist meine Hoffnung! Dein Herz ist mein Herz! Dein Leben ist mein Leben! Deine Liebe ist meine Liebe!“ – Cool, aber Dir die Schuhe zubinden, kriegste grad’ noch alleine hin!?

 

Obacht! Sollten Partner oder Partnerin irgendwann in den Zeiten davor schon mal situationsbezogen etwas in der Richtung angemerkt haben: „Du, ich fühle mich von Deiner Liebe manchmal ein bisschen eingeengt!“ oder „Bitte stelle nicht so hohe Erwartungen an mich!“, dann ist ein solches Versprechen später der garantierte Weg in das eheliche Armageddon!

„Ich kann Dir nichts versprechen!“

Zuweilen liegt die Tücke aber auch in missverständlichen Interpretationsmöglichkeiten. „Ich kann dir nicht versprechen, dass wir nur gute Zeiten durchleben. Aber ich kann dir versprechen, dass ich in guten und weniger guten Zeiten, mit vollem Vertrauen in dich, an deiner Seite, vor oder hinter dir stehe.“

 

Übersetzung: Wenn Du ehrlich geglaubt hast, dass wir ab jetzt nur noch gute Zeiten vor uns haben, bist Du wirklich dämlicher als ich dachte. Also, allein die Tatsache, dass ich glaube Dir das trotzdem sagen zu müssen, sollte Dir zeigen, dass mein Vertrauen in Dein kognitives Fassungsvermögen streckenweise noch etwas unausgereift ist. Deswegen lasse ich mir auch für den Fall schlechter Zeiten, die ergo totsicher kommen werden, alle Optionen dahingehend offen, ob ich dann neben, vor oder hinter Dir stehe. Noch’n kostenfreier Bonus-Tipp: Wette lieber auf gar nichts!

 

Und gerade diese vordergründig bescheiden wirkenden Ansätze werden in Einzelfällen trotzdem noch weiter bis zum Exzess ausgeweitet. „Ich kann dir nicht versprechen, dass wir niemals steinige Wege vor uns haben! Ich kann dir nicht versprechen, dass wir immer einer Meinung sein werden! Ich kann dir nicht versprechen, dass wir niemals Traurigkeit erleben werden, etc. aber Du bist mein größtes Geschenk, mein Sonnenschein, mein Glück, mein Leben und meine Liebe.“

Vorsicht! Wer sich in aller Öffentlichkeit schon so penetrant mit dem feilgeboten hat, was er/sie alles nicht kann, lässt dem Partner für die Ehe nur noch wenig Spielraum.

Bloß nicht interpretieren!

Sie kennen das sicher von Angestellten-Zeugnissen. „Zeigte sich stets bemüht“, „Fiel auch durch den besonders guten Kontakt zu den Kollegen auf“ oder „erledigte alle ihm/ihr aufgetragenen arbeiten zu... „ Was vordergründig nett klingt, ist interpretiert meist die nackte Abscheu.

 

„Ich liebe Dich dafür, wie du mit den Menschen umgehst, die uns wichtig sind.“ – Hallo!? Davon darf ich doch wohl ausgehen, dass Du nach der Hochzeit nicht plötzlich auf ein asoziales Verhalten umschwenkst?

 

„[Name], ich liebe dich, weil du mein Herz berührt hast.“ – Die Vergangenheitsform birgt hier unübersehbares Konfliktpotenzial.

 

Und vermeiden Sie um Gottes Willen den Gebrauch Ihnen bekannter Superlative aus den Themenfeldern „Universum“, „Göttlich“, „Leben & Tod“! Sie bekommen doch vielleicht eines Tages Kinder. Was soll für die denn noch übrig bleiben? „Du bis ok“!?

 

Machen wir uns nichts vor! Auch Hochzeits-Profis sind mittlerweile weit vom Regenbogen entfernt. So fand ich beispielsweise im Begleitbogen „Zur Vorbereitung Ihrer Hochzeit“ einer Pfarrei in Süddeutschland die abschließende Formulierung: „Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der

 

Vorbereitung Ihrer Hochzeit!“ – Na? Noch Fragen? Nicht viel Freude in der Ehe, in den kommenden Jahren, Jahrzehnten, im Leben bis zum Tode!! Nein, nein! Erst mal nur BIS zur Hochzeit. Die kennen sich aus. Bis zu dem Tag kann nämlich noch viel kaputt gehen.

Aber wenn Sie unbedingt etwas versprechen wollen...

... denken Sie mal daran, was realistisch ist. Gar nicht mal allgemein, sondern alleine auf Ihre Person zugeschnitten. Wie würde das klingen, wenn es total ehrlich sein soll?

 

„Schatz, ich habe nicht vor, Dir untreu zu werden... soweit ich das von hier aus einschätzen kann.“

 

„Ich verspreche Dir, dass ich Dich so lange lieben werde bis ich das nicht mehr tue.“

 

„Ich verspreche Dir, dass ich mich wahrscheinlich nicht aus steuerlichen Gründen von Dir scheiden lassen möchte.“

 

„Ich verspreche Dir, dass ich auch für Deine Fehler immer ein guter Ansprechpartner sein werde.“

Besser ein Tipp für die Ehe

Besser nicht mit zu viel Versprechungen anfangen, die kein Mensch halten kann – nur weil andere es auch so machen. Oder am schlimmsten: weil andere es erwarten. Es ist Ihre Ehe! Machen Sie gefälligt daraus, was Sie wollen! Punkt.

 

Norbert „Nordbergh“ Diedrich

Kommunikationsexperte

www.about.me/nordbergh


 

Ich wünsche euch alles einen närrischen Karneval!

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